Die urbane Kultur des europäischen Mittelalters steht mit ihren vielfältigen Bezügen zur politischen, sozialen und wirtschaftlichen Realität mittelalterlicher Städte und ihren Wirkungen auf kulturelle Prozesse der Moderne im Fokus der Forschungen des Forums. Städte sind seit dem hohen Mittelalter Orte eines dynamischen sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Wandels. Die Heterogenität der innerhalb von Stadtmauern geltenden Rechtskreise, die Vielzahl sozialer Gruppen und ihrer Organisationsformen sowie die Dichte der städtischen Räume und Kommunikation sind distinktive Merkmale der städtischen Lebensform. Die Vielzahl von Interaktionsebenen und Kommunikationspartnern, die Heterogenität der beteiligten Institutionen und Gruppen, die Komplexität der medialen Möglichkeiten und sprachlichen Transfers machen Städte zu einem besonders dynamischen Feld kommunikativer Prozesse. Als ‚zentrale‘ Orte setzen gerade die größeren Städte kulturelle Standards im regionalen und überregionalen Raum. Ihre Sprache, Literaturen, Architekturen, künstlerischen Produkte und Kulte besitzen eine Ausstrahlung weit über die eigenen Stadtmauern hinaus.