Internationale Jahrestagung "Herrscher in der Metropole. Spannungsfelder zwischen politischer Zentralität und urbaner Diversität in der Vormoderne", Regensburg, 12.-14.11.2020

veranstaltet vom Forum Mittelalter der Universität Regensburg
in Verbindung mit dem DFG-Graduiertenkolleg 2337 "Metropolität in der Vormoderne"

gefördert von der Regensburger Universitätsstiftung Hans Vielberth

Das interdisziplinäre Mittelalterzentrum „Forum Mittelalter“ der Universität Regensburg veranstaltet seit mehr als zehn Jahren internationale Tagungen zur europäischen Städteforschung, seit 2018 in Kooperation  mit dem DFG-Graduiertenkolleg 2337 „Metropolität in der Vormoderne“ (www.metropolitaet.ur.de). Im November 2020 steht die internationale Jahrestagung unter dem Thema „Herrscher in der Metropole. Spannungsfelder zwischen politischer Zentralität und urbaner Diversität in der Vormoderne“ (Regensburg, 12.-14.11.2020).

Metropolen bündeln Bedeutungen. In großer medialer Vielfalt sind ihren Selbst- und Fremddarstellungen Geltungsansprüche als Orte herausgehobener Urbanität, Zentralität oder Geschichtlichkeit eingeschrieben. Indem sie solche Ansprüche artikulieren, sei es durch ihre überregionale wirtschaftliche Relevanz, ihre kultischen, kulturellen, administrativen und/oder politischen Zentralfunktionen, markieren die großen städtischen Zentren stets Knotenpunkte im vormodernen Herrschaftsgefüge. Dabei stellen die besonderen sozialen, demographischen und kulturellen Dynamiken von Metropolen, die auf Formen partizipativer und kollektiver Administration angewiesen sind, stets eine Herausforderung für monokratische Ordnungen dar. Metropolen sind Fremdkörper in der feudalen Praxis wie im feudalen Denken. Sofort einleuchtend sind die Bruchlinien etwa im Verhältnis der kommunal verfassten Großstädte zum mittelalterlichen Königtum.

Gerade in mittelalterlichen Zentralorten wie Paris, London oder Rom formierten sich zeitgleich zur herrscherlichen Inanspruchnahme als ‚Hauptstadt‘ mächtige Kommunen und bürgerliche Eliten, die zum einen dem Herrscher die Herrschaftsrechte in seiner Kapitale streitig machten. Zum anderen profitierten die Kommunen und ihre Eliten durch Beteiligung an zentralen Herrschaftsinstitutionen oder durch die von der Anwesenheit des Hofes beflügelte städtische Ökonomie selbst massiv von der politischen Zentralfunktion. An welchen Stellen trafen Metropolen und Herrscher in der politischen Praxis aufeinander und wie wirkten sich diese Beziehungen auf das Selbstverständnis und die Herrschaftsorganisation der jeweiligen Seite aus? Wie repräsentierten sich Herrscher und städtische Gruppen in der metropolitanen Architektur, in der Ordnung der städtischen Räume und den künstlerischen Objekten im Stadtraum? Historisch ergeben auch die griechischen poleis, deren Gründungsgeschichte häufig auf herrscherliches Handeln zurückgeht, die römischen Kaiserresidenzen und Provinzzentren mit ihren vielfältigen Rom-Bezügen oder die dem König unterworfenen ‚bonnes villes‘ im absolutistischen Frankreich vielfältige Facetten dieses Forschungsfeldes. In der geplanten Tagung sollen die Spannungsfelder zwischen herrscherlicher Zentralität und urbaner Diversität in einem breiten epochalen Zugriff von der Antike über das Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit diskutiert werden.

Organisation:

Prof. Dr. Jörg Oberste
Sprecher des Mittelalterzentrums "Forum Mittelalter" und des DFG-Graduiertenkollegs 2337 "Metropolität in der Vormoderne"

Institut für Geschichte - Professur für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften

Dr. Markus Löx
DFG-Graduiertenkolleg 2337 „Metropolität in der Vormoderne“

www.metropolitaet.ur.de

Kontakt:
Dr. Susanne Ehrich, Koordination "Forum Mittelalter"
susanne.ehrich@ur.de


Universität Regensburg
D-93040 Regensburg


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