Ringvorlesung "Europäische Metropolen. Historischer Wandel, kulturelle Bedeutungen, sozioökonomische Dynamiken" (Mi, 14-16 Uhr, H 2)

Die großen europäischen Metropolen sind Hotspots und ‚Laboratorien‘ unserer europäischen Kultur. Zur interdisziplinären Erforschung vormoderner Metropolität startet zum Beginn des Sommersemesters an der Universität Regensburg ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Graduiertenkolleg (www.metropolitaet.ur.de). Die vom Forum Mittelalter veranstaltete Ringvorlesung „Europäische Metropolen – Historischer Wandel, kulturelle Bedeutungen, sozioökonomische Dynamiken” möchte die Thematik des neuen GRK vorstellen und bietet Studierenden in dreizehn interdisziplinären Vorträgen einen grundlegenden Überblick über Leben und Gesellschaft in den großen europäischen Metropolen der Antike, des Mittelalters und der Frühen Neuzeit.

Die am Graduiertenkolleg „Metropolität in der Vormoderne” beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden die Frage nach Wandel und Wirkung der europäischen Metropolen von der griechisch-römischen Antike bis zur Schwelle der Industrialisierung in den Blick nehmen. In diesem langen Betrachtungszeitraum spielten sich in den europäischen Städten neue Vergesellschaftungs- und Wirtschaftsformen, Herrschaftstechniken und kulturelle Codes ein, die ihre Vorbilder in den Metropolen fanden. Im Fokus steht die Untersuchung von Geltungsansprüchen vormoderner Metropolen ebenso wie ihre Wahrnehmung, die Formierung und Ausdifferenzierung ihrer Topographie sowie ihrer gesellschaftlichen Strukturen.

Die Regensburger Professorinnen und Professoren gehen in ihren Ringvorlesungsbeiträgen jeweils auf ihr Fach ein und verdeutlichen das Thema der Metropolenforschung an einem ausgewählten Beispiel. Die Ringvorlesung bietet zunächst einen chronologischen Einstieg über vor- und frühgeschichtliche Großsiedlungen hin zu ersten Urbanisierungswellen in der griechisch-römischen Antike. Im Laufe des Semesters werden europäische Metropolen, wie Rom, London, Paris oder Mailand, hinsichtlich ihrer sprachlichen, architektonischen oder künstlerischen Entwicklungen ebenso betrachtet wie die Frage nach der religiös-kultischen oder wirtschaftlichen Ausstrahlung großer Zentren vom Mittelalter bis weit in die Neuzeit.

Die erste Sitzung am 26. April ist verbunden mit einem Festvortrag zur Eröffnung des Graduiertenkollegs „Metropolität in der Vormoderne”. Unter dem Titel „Lutetia non urbs. Inszenierungen einer Weltstadt am Ende des Mittelalters” stellt der Sprecher Prof. Dr. Jörg Oberste die Bedeutung der Stadt Paris für die historische Metropolenforschung heraus. Zum anschließenden Empfang im Oberen Foyer der Zentralbibliothek sind auch alle Studierenden herzlich eingeladen.

Die Ringvorlesung ist curricularer Bestandteil des Masterstudiengangs „Kulturgeschichtliche Mittelalter-Studien” (MAL-M 37.2) und kann in allen Studiengängen des Instituts für Geschichte angerechnet werden; die Anrechnung in anderen Studiengängen erfolgt nach Absprache. Kontakt: Dr. Susanne Ehrich, Koordination Forum Mittelalter (susanne.ehrich@ur.de)

Vortragsprogramm

26. April 2017: Prof. Dr. Jörg Oberste (Mittelalterliche Geschichte / Sprecher GRK 2337/1) 

                      Lutetia non urbs. Inszenierungen einer Weltstadt am Ende des Mittelalters

03. Mai 2017:  Prof. Dr. Thomas Saile (Vor- und Frühgeschichte)

                     Soziale Differenzierung und frühe Urbanisierungsprozesse in Alteuropa

10. Mai 2017:  Prof. Dr. Dirk Steuernagel (Klassische Archäologie)

                     Ephesos, eine Metropole des hellenistischen und römischen Kleinasien

17. Mai 2017:  Prof. Dr. Peter Herz (Alte Geschichte)

                     Die Wirtschaft einer Metropole. Die wirtschaftlichen Infrastrukturen Roms während der Kaiserzeit

24. Mai 2017:  Prof. Dr. Babett Edelmann-Singer (Alte Geschichte)

                     Die Metropole Rom im Umbruch zwischen Republik und Prinzipat

31. Mai 2017:  Prof. Dr. Harald Buchinger (Liturgiewissenschaft)

                      Stationsgottesdienst – Muster metropolitaner Liturgie

07. Juni 2017: Prof. Dr. Maria Selig (Romanische Sprachwissenschaft)

                      Sprache(n) in Metropolen. Zur sprachlichen Situation im mittelalterlichen Paris

14. Juni 2017:  Prof. Dr. Anne-Julia Zwierlein (Englische Literatur- und Kulturwissenschaft)

                      'The Countryman's Labyrinth': Migration und Mobilität in der frühneuzeitlichen Metropole London

21. Juni 2017:  Prof. Dr. Andreas Merkt (Alte Kirchengeschichte/Patristik)

                      Game of Thrones – Game of Bones? Zur nekropolitischen Dimension der Metropolität spätantiker Städte

28. Juni 2017:  Prof. Dr. Melanie Walter-Rogg (Politikwissenschaft)

                      Wahlverhalten von Bürgern in modernen Europäischen Metropolregionen

05. Juli 2017:   Prof. Dr. Albert Dietl (Kunstgeschichte)

                      Modellierung einer Metropole: Die mittelalterlichen Stadttore Mailands

12. Juli 2017:    Prof. Dr. Martin Löhnig (Rechtsgeschichte)

                       Wirtschaftsrecht neuzeitlicher Metropolen

26. Juli 2017:   Prof. Dr. Mark Spoerer (Wirtschaftsgeschichte)

                      Konvergenz, Divergenz? Reallöhne in europäischen Metropolen seit dem Spätmittelalter

                      und warum das interessant ist

 

Zum Archiv